Atalanta ist gestrandet – auf der Sandbank vor Atlantis, in einer Welt, die ins Wanken gerät. Die einstige Argonautin steht allein da, mit einem beschädigten Schiff und einem Kind, während Atlas, der die Welt tragen sollte, verschwunden ist. Die Last wird größer, das Wasser steigt.
In dieser mythisch-gegenwärtigen Szenerie begegnet Atalanta erneut Medea. Doch Medea widerspricht dem männlichen Mythos: Keine Mutter tötet ihr Kind aus Rache. Die Geschichten vieler Frauen – überfordert, isoliert, verzweifelt – treten hervor und erzählen von struktureller Gewalt, gesellschaftlichem Versagen und fehlender Unterstützung.
Gemeinsam mit Figuren wie Ada, Axis und den Geistern der Vergangenheit entfaltet sich eine Reise durch Wirbel, Meeresgründe und seelische Abgründe. Atlantis mag sinken – doch die Frauen erzählen weiter.
Eine poetische, erschütternde und hoffnungsvolle Inszenierung über Mütter, Mythen und die Last, die niemand allein tragen kann.
Wenn Mütter ihre Kinder töten.
Mit diesem Thema führen Autorin Kateřina Černá und Regisseurin Anja M. Wohlfahrt ihre feministische Arbeit fort, über vermeintliche „Frauenthemen“, die am Ende uns alle angehen. Diesmal ist das Thema der Mord am eigenen Kind, sowie in vielen Fällen auch der nachfolgende Suizid – der erweiterte Suizid also.
Theater am Lend Co-Leiterin Anja M. Wohlfahrt wird versuchen zu ergründen, welchen Anteil die Gesellschaft am Werdegang dieser Mütter hat, damit eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft gelingt.
Mit Sonja Kreibich, Sissi Noé
Musik Grilli Pollheimer
Regie Anja M. Wohlfahrt
Regieassistenz Kerstin Haslauer
Bühne & Kostüm Kathrin Eingang
Licht- & Tondesign Lorenz Meiler, Konrad Überbacher
Dramaturgie Alexander Mitterer
Szenenfotos Günter Jagoutz
Grafikdesign Hans Gerhard Kalian
Büro & Tickets Franz Doliner
Produktionsleitung Susanna Buchacher
Eine Koproduktion des klagenfurter ensemble & Theater Keandace