Der Klimawandel macht Städte im wahrsten Sinne des Wortes zu Hotspots. Um sie zu kühlen werden verstärkt Bäume gepflanzt – an Stellen, wo es vor 200 Jahren schon einmal viele gegeben hat. Die Ausstellung „Der Garten“ zeigt anhand reichhaltiger historischer Objekte, welches botanische Paradies sich im 19. Jahrhundert von der Neutorgasse bis zum Eisernen Tor in Graz erstreckte.
Bei der Gründung des Joanneums 1811 plante Erzherzog Johann auch den botanischen Garten von Anfang an mit. Als geeignete Räumlichkeiten für die Sammlungen des Erzherzogs erwarben die Landstände den Lesliehof, dessen barocker Garten das ideale Ausgangsareal darstellte. Über die Jahrzehnte wurden Basteien abgerissen und die Grünfläche durch Grundstückskäufe erweitert – bis 1841 die größte Ausdehnung von 5 Hektar erreicht war.
Erzherzog Johann holte renommierte Botaniker ans Joanneum, die wissenschaftliche Strahlkraft seiner Lehranstalt wuchs zusehends. Die Lehrenden richteten den Garten nach ihren Forschungsschwerpunkten aus, die Gärtner sorgten für das Gedeihen der zum Teil auch exotischen Pflanzenvielfalt. Zudem erfreute sich diese „grüne Lunge“ bei der Bevölkerung größter Beliebtheit.
Heute undenkbar, beschloss der Landtag 1881 aus unterschiedlichen Gründen, budgetären Engpässen und dem Erweiterungsdruck der Stadt, den Garten aufzulassen. Es wurden die Kalchberggasse, die Kaiserfeldgasse, das Amtshaus, der Neubau des Joanneums, die Landesbibliothek uvam errichtet. 1904 fielen die letzten Bäume des einstigen Joanneumgartens.
Mit der Ausstellung blüht dieser Garten mitten in Graz symbolhaft wieder auf. Gezeigt wird auch, wie schnell etwas zerstört ist und welch hohe Anstrengungen nötig sind, um Bruchteile dessen zurück zu holen.
Hier der Link zur Ausstellungs-Broschüre .
Hier findet sich ein Bericht von orf.steiermark: https://steiermark.orf.at/stories/3355338/ .