Helden ohne Ruhm & Int. Poster Triennale 4th Block

22.04.2026
Foto- und Jugendgalerie im Rathaus
Kostenlos
Am 26. April 1986 zerstörten Explosion und Brand den vierten Reaktor von Tschornobyl und setzten große Mengen radioaktiver Stoffe frei. Die Doppelausstellung im Grazer Rathaus blickt auf die Ereignisse zurück und zeigt vor allem die oft wenig beachteten menschlichen Folgen. Auch die Auswirkungen des russisch-ukrainischen Krieges werden thematisiert und machen deutlich, dass Tschornobyl bis heute von Bedeutung ist.
Keine Anmeldung erforderlich
Helden ohne Ruhm & Int. Poster Triennale 4th Block
© Oleg Veklenko
22.04.2026

Tschornobyl, 26. April 1986: Im vierten Reaktor des Kernkraftwerks zerstörte ein Brand nach einer Explosion die Anlage. Große Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt und weite Gebiete verseucht.

 

Die Doppelausstellung in der Foto- und Jugendgalerie des Grazer Rathauses bietet eine Rückschau auf die Ereignisse von 1986 und verweist auf die menschlichen Folgen, die ihren Lauf zumeist unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung nehmen. Auch die Auswirkungen des russisch-ukrainischen Krieges finden Raum. Dabei wird deutlich, dass Tschornobyl weit mehr als nur ein Symbol einer vergangenen Katastrophe ist. In diesem Kontext und mit Blick auf die Erfahrungen von Fukushima, bis hin zum aktuellen Diskurs über eine ”Renaissance der Kernenergie” (Ursula von der Leyen), sollen diese Ereignisse als ein Fanal dienen, sich dem Vergessen zu widersetzen und sich der Verantwortung für künftige Generationen bewusst zu werden.

 

Helden ohne Ruhm.

Menschen zwischen Gefahr, Verantwortung und Erinnerung.

Dokumentarfotos von Oleg Veklenko zeigen die “Liquidatoren” bei ihrer Arbeit in Gebieten mit hoher Strahlenbelastung und halten den gefährlichen Alltag vor Ort fest. Sie zeigen keine heroischen Szenen, sondern die routinemäßige Arbeit in einer Umgebung, die von der ständigen Präsenz unsichtbarer Strahlung geprägt war.

Oleg Veklenko war in den ersten „heißesten“ zwei Monaten an den Aufräumarbeiten in der Nähe des Kernreaktors beteiligt. Er ist Professor an der Staatlichen Akademie für Design und Kunst in Charkiw und gründete 1991 die Int. Triennale des ökologischen Plakats „The 4th Block“.

Von 24. Februar bis 2. April 2022 besetzten russische Truppen das Gebiet des Kernkraftwerks Tschornobyl und die Sperrzone. Währenddessen arbeitete das Personal des Kraftwerks unter militärischer Aufsicht ohne die Möglichkeit einer Ablösung weiter. 2025 traf eine russische Drohne den Bogen der neuen Sicherheitshülle und beschädigte deren Schutzverkleidung und Dichtungssysteme. Damit wird klar: Die Region bleibt eine Zone anhaltender Gefahr.

Die in der Ausstellung gezeigten Fotos wurden von der Pressestelle des Kernkraftwerks Tschornobyl zur Verfügung gestellt.

Das Dorf Wiltscha [Vilcha, ukrainisch Вільча] wurde nach der Atomkatastrophe von 1986 aus der Sperrzone von Tschornobyl zwangsevakuiert und in den 1990er Jahren in der Region Charkiw neu aufgebaut. Nach der russischen Großinvasion in die Ukraine 2022 befand sich Wiltscha in der Nähe der Frontlinie. Die Bewohner:innen wurden erneut evakuiert und nach Charkiw umgesiedelt.

Fotografien von Nadiia Velychko aus den Jahren 2016 und 2026 dokumentieren dieses doppelte Exil. Sie zeigen die Bewohner:innen beim Besuch ihres alten, verlassenen Dorfs und Portraits von Menschen in ihrer heutigen Zuflucht Charkiw.

 

Int. Poster Triennale „4th Block“
Nuclear Scar: Gestern – Heute – Morgen

Die Internationale Triennale des ökologischen Plakats „The 4th Block“ versteht „Erinnerung als Handlung, Ökologie als Haltung und Zukunft als Entscheidung.“ Das Thema der diesjährigen Ausgabe „Nuclear Scar” ist eine Metapher, die das Trauma und die Folgen der Katastrophe von Tschornobyl beschreibt und zugleich die aktuelle Brisanz der Thematik ins Bewusstsein rückt.

Studierende von Kunstakademien und professionelle Designer:innen zeigen Plakate, die nicht allein den Opfern, den Liquidatoren und den weitreichenden Folgen der Katastrophe von Tschornobyl gewidmet sind, sondern zugleich als mahnender Aufruf verstanden werden sollen: zu mehr Verantwortung, zu einem bewussteren Umgang mit unserer Umwelt und zur Verhinderung zukünftiger Nuklearkatastrophen.

Die Ausstellung in der Jugendgalerie zeigt die erste Präsentation von Plakaten der Triennale 2026.

 

 

Ausstellung der Fotografien von Oleg Veklenko Professor der Staatlichen Akademie für Design und Kunst Charkiw, Akademiker und Gründer der Triennale „The 4th Block“. Begleitet von Fotografien von Nadiia Velychko.

Plakatkampagne „Nuclear Scar: Past. Present. Future“ Organisiert von der Eco-Poster Triennale „The 4th Block“. Grazer Edition kuratiert von: Illya Pavlov und Mariia Norazian.

Ein Projekt in Zusammenarbeit mit Nadiia Velychko und den „The 4th Block“ – Gründer und Präsident Oleg Veklenko und Kurator:innen Ilya Pavlov und Mariia Norazian.

 

  • Eröffnung | gestern. heute. morgen.
  • 18:00 Uhr
    Rathaus – Gemeinderatssitzungssaal
  • Begrüßung
    Stadtraträtin Dr. Claudia Unger
  • Zum Projekt
    Nadiia Velychko (Charkiw)
    Ilya Pavlov, Mariia Norazian (Charkiw / Graz)
  • Gastrednerin
    Prof. Katharina Scherke, Uni Graz
  • 19:00 Uhr
    Fotogalerie im Grazer Rathaus, 2. Stock
    Jugendgalerie im Grazer Rathaus, 1. Stock
Helden ohne Ruhm & Int. Poster Triennale 4th Block
22.04.2026
Foto- und Jugendgalerie im Rathaus
Kostenlos
Keine Anmeldung erforderlich
Helden ohne Ruhm & Int. Poster Triennale 4th Block
22.04.2026, 18:00 Uhr
Kostenlos
this is a test div from footer