Die Gruppenausstellung Inszenierung und die Stimme aus dem OFF widmet sich Mechanismen visueller Macht, politischer Bildproduktion und Erinnerungskultur. Ausgangspunkt sind historische wie aktuelle Inszenierungen – von propagandistischen Bildwelten des Nationalsozialismus bis zu medial durchchoreografierten Auftritten heutiger Politiker:innen, Konzernen und Institutionen. Die Ausstellung fragt danach, was sichtbar gemacht wird – und was ausgeblendet bleibt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Vorträge, Diskussionsrunden, Filmabende und Rundgänge mit Künstler:innen und Wissenschaftler:innen. Ziel ist es, Erinnerung nicht als abgeschlossene Vergangenheit zu behandeln, sondern als aktiven, gegenwartsbezogenen Prozess. Die Ausstellung findet von 30. April bis 21.Mai 2026 in Reininghaus statt.
INZENIERUNG UND DIE STIMME AUS DEM OFF
Adina Camhy, Olia Federova, Martin Grabner, Vera Hagemann, Nathalie Koger, Mir* Raggam-Alji/Barbara Wilding, Isa Riedl
Kuratorin
Nicole Pruckermayr
Überall einseitig beleuchtete Inszenierungen, konstruierte Bilder, idealisierte Weichzeichner und Glattmacher. Was es tagtäglich zu dechiffrieren gilt, ist keine Neuheit des 21. Jahrhunderts. Abseits großer Propagandamaschinen, wie der des Nationalsozialismus oder der der DDR, gab es immer besondere In-Szenesetzungen, die die Wirkung auf etwas oder jemanden legen soll(t)en. Nicht nur Inszenierungen innerhalb totalitärer Gesellschaften schaffen es, eine bestimmte Wirkung bei den Betrachter:innen zu erzielen. Im Schlaglicht sieht es anders aus als knapp daneben. Die ausgestellten Kunstwerke sind sowohl zeitlich als auch inhaltlich weit gefasst, sie beschäftigen sich unter anderem mit Widerstandskämpfer:innen in der Steiermark und im aktuellen Russland, mit der Dämonisierung von Frauen im Mittelalter, mit der derzeitigen Lage in der Ukraine. Oder in unserem Parlament.
Was passiert(e) mit wem — im Abseits, neben der Inszenierung — im OFF?
Kunst und Kultur sind zentrale Treiber der Stadtteilentwicklung in Reininghaus. Seit seiner Gründung im Juni 2023 wirkt der gemeinnützige Verein Stadtteil Graz Reininghaus aktiv an der Gestaltung eines lebendigen Stadtteils. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit liegt in der Unterstützung von Kunst und Kultur als verbindende und identitätsstiftende Kräfte im Stadtraum.
Die Steirische Kulturinitiative ist seit Jahren mit Ausstellungen, partizipativen Projekten und Kunst-am-Bau-Initiativen in Reininghaus präsent. Die seit einigen Jahren gut funktionierende temporäre Nutzung von Leerständen geht 2026 weiter. Im Erdgeschoss des Mirror, das von ÖSW Wohnbauträger zur Verfügung gestellt wurden, finden auch 2026 wieder Veranstaltungen in Kooperation mit dem Verein Stadtteil Graz Reininghaus statt.
Eröffnung: Mittwoch, 29. April 2026, 19 Uhr
Zeitraum: Donnerstag, 30. April – Montag, 18. Mai 2026
Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag, Freitag, jeweils 16-20 Uhr, Samstag 10-14 Uhr
Spezielle Termine
Montag, 4. Mai 18-20 Uhr Gespräch mit Künstler:innen und Führung durch die Ausstellung
Montag, 11. Mai 18 Uhr Filmabend mit „Die Videokonferenz der Tiere“, Nathalie Koger
Montag, 18. Mai 18 Uhr Vortrag von Anke Strüver, Professorin für Humangeographie am Institut für Geographie und Raumforschung, Universität Graz