Rhizom: In Utero

12.06.2026
Rhizom, Annenstraße 52, 8020 Graz
Eintritt frei
Charlotte Kremberg & Aleksandra Saša Jeremić. Eine Live-Performance, angesiedelt in einem stark kodierten häuslichen Interieur, einem rosa Schlafzimmer. Zwei maskierte Performerinnen liegen auf einem gemeinsamen Bett und erschaffen eine inszenierte Szene, die Geschichten körperlichen Traumas und Ausdauervermögens sichtbar macht. Durch diese durational angelegte, ortsspezifische Aktion vollzieht das Werk eine Reflexion über patriarchale Kontrolle über Körper und die relationale Natur von Ermächtigung und verwandelt das Schlafzimmer in einen Raum der Konfrontation, der Ausdauer und des kollektiven Bezeugens.
Keine Anmeldung erforderlich
Rhizom: In Utero
© Charlotte Kremberg 2026
12.06.2026

IN UTERO

Charlotte Kremberg & Aleksandra Saša Jeremić

 

Eröffnung: Freitag, 12. Juni 2026, 18 Uhr (19 Uhr Performance) @ Rhizom, Annenstr. 52, A-8020 Graz

 

Weitere Öffnungszeiten:
Samstag, 13. Juni, 12-17 Uhr
Sonntag, 14. Juni, 12-15 Uhr / 15-17 Uhr Workshop (weitere Infos siehe unten)

 

Seit mehreren Jahren entwickeln die zwei Künstlerinnen eine gemeinsame Praxis, die in feministischer Provokation, ortsspezifischer Performance und interventionistischer Geste verwurzelt ist. Ihre Zusammenarbeit hinterfragt patriarchale Macht, nicht nur in ihrer Wirkungsweise innerhalb politischer Systeme, sondern auch dort, wo sie in den Strukturen des alltäglichen, intimen Lebens sichtbar wird.

 

Historisch verortet sich das Projekt innerhalb eines Kontinuums der Kontrolle über weibliche Körper, das sich über rechtliche, medizinische, religiöse und kulturelle Regime erstreckt. Abtreibung war, lange bevor sie zur Rechtsfrage wurde, ein Ort expliziter und struktureller Gewalt, durchgesetzt durch Schweigen, Scham und gesellschaftlichen Ausschluss. Obwohl sie wiederholt unter Strafe gestellt wurde, hat sie nie aufgehört zu existieren, sie wurde lediglich gefährlicher und isolierender gemacht.

 

Das Projekt fügt sich in aktivistische Kunsttraditionen ein, die kulturelle Produktion als Akt der Fürsorge und des Widerstands begreifen. Indem es Geschichten lebendig hält und auf Sichtbarkeit besteht, spiegelt es Bemühungen wider, reproduktive Rechte sowohl symbolisch als auch materiell zu schützen. Letztlich fragt das Werk, was es bedeutet, einen Körper zu bewohnen, den die Geschichte wiederholt verletzt hat, wie Lust, Trauer, Begehren und Widerstand koexistieren können und wie Kunst diese Widersprüche offen halten kann, anstatt sie aufzulösen. Das Publikum wird nicht eingeladen, passiv zu beobachten, sondern Unbehagen gemeinsam mit den Performerinnen zu bewohnen und Zeuge der zyklischen Ausdauer von Körpern, Geschichten und Widerstand zu werden.

 

 

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Workshop, 14. Juni, 15-17 Uhr
Am Sonntag lädt Rhizom zu einem Workshop ein, einem geschützten, vertraulichen Kreisraum für Menschen in Graz mit gelebter Erfahrung von Schwangerschaftsabbruch oder Schwangerschaftsauflösung. Der Abend richtet sich ausschließlich an Menschen, die physiologisch eine Schwangerschaft und einen Abbruch erlebt haben, und ist ein queer-affirmativer Raum, in dem geschlechtseuphore Sprache willkommen ist.
Der Abend beginnt mit einer kurzen Einführungsrunde und einem angeleiteten somatischen Impuls, gefolgt von gemeinsamem Erzählen und Zuhören. Wir schließen mit einer weiteren somatischen Praxis. Die Primärsprachen sind Englisch und Deutsch, mit Raum für Übersetzung.

Da es sich um eine selbstorganisierte Initiative handelt, bitten wir Interessierte um eine kurze Anmeldung, um den Raum sicher und geschützt zu halten. Bei spezifischen Bedürfnissen oder Fragen könnt ihr euch ebenso an diese Email-Adresse wenden.
Anmeldung unter: inuteroWS@proton.me

 

 


Aleksandra Saša Jeremić schloss ihr Studium an der Fakultät für Internationale Wirtschaftswissenschaften der Universität Belgrad (2011) sowie in den Fächern Malerei und Neue Medien an der Fakultät für Bildende Künste in Belgrad (2019) ab. Als DAAD-Stipendiatin studierte sie Frei Kunst an der HBK Braunschweig in der Klasse von Asta Gröting und Candice Breitz. Ihre Arbeit basiert auf Performance, Video- und Klanginstallationen sowie Skulptur. Sie beschäftigt sich mit Fragen der Identität sowie kollektiven und persönlichen Erinnerungen in einem breiteren kulturellen und politischen Kontext. Sie ist Teil des Kunstkollektivs „Society of Joint Responsibility – Društvo udružene odgovornosti / d.u.o.“, einem vom Goethe-Institut in Belgrad und Soba 55 unterstützten Projekt, und hat an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen. Derzeit lebt sie in Berlin.
https://secondaryarchive.org/artists/aleksandra-sasa-jeremic/

 

Charlotte Kremberg erfindet auf und hinter der Bühne, in Ausstellungsräumen und Filmen interdisziplinäre Produktionen, arbeitet ortsspezifisch auch mit gefundenem Material und bezieht das Publikum aktiv in interventive Formate ein. Die interdisziplinären Herangehensweisen werden durch Themen wie Zeit, Kommunikation und Körper als Politikum der Selbstbestimmtheit zu Untersuchungen von Massenphänomenen. Humoristisch und radikal entstehen Selbstexperimente Teil einer Herde zu sein, Konfrontationen mit Konsum und Emanzipation sowie gezielte Irritationen an Orten hoher Ambivalenz, an welchen Fiktion und Wirklichtkeit einander zuhören wollen.
https://charlottekremberg.de/

Rhizom: In Utero
12.06.2026
Rhizom, Annenstraße 52, 8020 Graz
Eintritt frei
Keine Anmeldung erforderlich
Rhizom: In Utero
12.06.2026, 18:00 Uhr
Eintritt frei
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