rotor Ausstellungsführung

14.10.2020
rotor, Volksgartenstraße 6a, 8020 Graz
In der Schwebe: Eine gewisse – wenn auch ungewollte – Akrobatik Diesen Schwebezustand kennen wir momentan gut. Alles ist ungewiss, täglich ist alles anders. Der setzt sich in der aktuellen Ausstellung mit dieser Unklarheit künstlerisch auseinander. Die eingetretene Situation - Lockdown, Absagen, Verschiebungen - wird bedacht und reflektiert. Es werden Arbeiten von 25 Protagonist*innen der Grazer und steirischen Kunstszene gezeigt. über die Ausstellung: Diese Ausstellung ist von einem Text der französischen Psychoanalytikerin und Philosophin Anne Dufourmantelle aus ihrem 2011 erschienen Buch Éloge du risque" (dt. Lob des Risikos. Ein Plädoyer für das Ungewisse) inspiriert. In dem kurzen Kapitel, übertitelt mit "In der Schwebe", bezieht sie sich u.a. auf Seiltänzer und Trapezkünstler und auf deren Vermögen, den Moment „der aufs Seil gestützten Schwebe“ auszukosten. „Das Risiko der Schwebe verlangt“, so folgert Dufourmantelle, „eine gewisse Akrobatik“. Und das ist auch ein Vermögen, das angesichts der Unklarheiten und Unvorhersehbarkeiten, die mit den aktuellen Entwicklungen einhergehen, den Menschen abverlangt wird:Eine gewisse – wenn auch ungewollte – Akrobatik. Die gegenwärtige Situation hält ein Brennglas auf die Strukturen, Möglichkeiten und Problemfelder unserer Gesellschaften. Allzu schnell zeigt sich, dass fertige Antworten und große Gesten keine Gewissheiten mehr erzeugen. Wir verbleiben in Erstarrung, wenn wir diese von niemandem erwartete Zeit des im-Ungewissen-Schwebens nicht nutzen. Und nicht nur für uns selbst Raum für Neues aufmachen, sondern tatsächlich die Welt entlasten.   Kuratorisches Statement: https://rotor.mur.at/frameset_aktuell-ger.html"
14.10.2020