Wer für Aufrüstung und Militarisierung werben will, muss dafür auch die Köpfe der Menschen gewinnen – und dabei spielt Sprache als politisches Instrument eine wesentliche Rolle. Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ und „Friedenssicherung“, Waffen als „Schutzschirme“ oder die Darstellung diplomatischer Alternativen als „Schwäche“ prägen zunehmend den öffentlichen Diskurs. Gleichzeitig werden friedensengagierte Menschen und Pazifist:innen nicht selten als naiv oder realitätsfern dargestellt.
Wie funktioniert diese sprachliche Aufrüstung? Welche Wirkung hat sie auf unsere Wahrnehmung von Frieden, Krieg und Sicherheit – und wie können solche Dynamiken durchbrochen werden?
Diesen Fragen widmet sich die Veranstaltung in einem Vortrag mit anschließender Diskussion.
Vortrag: Ruth Wodak, international bekannte und vielfach ausgezeichnete Sprachsoziologin und Diskursforscherin (u.a. Wittgensteinpreis für Spitzenforscher:innen, Großes Silbernes Ehrenzeichen der Republik Österreich, Käthe-Leichter-Lebenswerk-Preis und Bruno-Kreisky-Preis).
Moderation: Christian Stenner (GIFFUN)
Die Europäische Union hat sich entschieden.
Aufrüstung und Militarisierung, um kriegstüchtig zu werden und im Wettkampf um die weltweite Neuaufteilung von Macht und Ressourcen mitmischen zu können.
Die österreichische Bundesregierung hat sich entschieden.
Stärkung der Kriegsfähigkeit durch Aufwertung und Aufrüstung des Militärs statt Sicherheit durch sozialen Frieden und Stärkung unserer Demokratie und Neutralität.
Wer aufrüsten will, muss dafür zuerst die Köpfe der Menschen gewinnen, und dabei spielt Sprache als mächtiges „Werkzeug“ für Medien und Politik eine wesentliche Rolle. Durch gezielten Einsatz bestimmter Begriffe, Verharmlosungen oder den Hinweis auf Unvermeidbares wird Aufrüstung in der Gesellschaft als alternativlos dargestellt, ja als „Friedenssicherung“ bezeichnet.
Waffen werden als „Schutzschirme“ vermarktet und diplomatische Alternativen als „Schwäche“ hingestellt.
Friedensengagierte Menschen und Pazifist*innen werden lächerlich gemacht, als Naivlinge und „realitätsferne Träumer“ abgetan oder als Feiglinge und Drückeberger diskreditiert.
Viele Menschen spüren eine tiefe Angst. Sie wollen keinen Krieg, werden systematisch verunsichert und sind einseitiger Berichterstattung ausgeliefert.
Mit dieserVeranstaltung sollen die Mechanismen hinter der sprachlichen Aufrüstung entschlüsselt werden. Außerdem diskutieren wir, wie diese Dynamiken durchbrochen werden könnten.