Wir machen Lust auf Kunst und Kultur!

Hier findest Du unsere Veranstaltungstipps aus der Grazer Kunst- und Kulturszene, bunt gemischt aus Events unterschiedlichster Sparten und Veranstalter:innen, von Musik über Theater bis Bildende Kunst und Tanz. Immer mit dabei: Ermäßigte Tickets und besondere Goodies!

Aktuelle Veranstaltungen

Vergangene Veranstaltungen

Bisher konntest Du mit den Kulturlots:innen folgendes erleben: Suche
Nikolaus Habjan: F. ZAWREL – ERBBIOLOGISCH UND SOZIAL MINDERWERTIG
29.10.2021
Nikolaus Habjan zu Gast im Schauspielhaus: F. ZAWREL – ERBBIOLOGISCH UND SOZIAL MINDERWERTIG Der Vater ist Alkoholiker, die Mutter nicht fähig, die Familie zu ernähren. So wächst Friedrich Zawrel auf. Kinderjahre in Kaisermühlen, Delogierung, Heim, schließlich Spiegelgrund, jene „Kinderfachabteilung“ des Deutschen Reiches, in der Euthanasiemorde an kranken und behinderten Kindern stattgefunden haben. Vom Anstaltsarzt Dr. Gross wird Zawrel – als „erbbiologisch und sozial minderwertig“ eingestuft – gequält, doch er kann aus der Anstalt fliehen. Erst im Jahr 2000 kommt es nach vielen Bemühungen Zawrels zum Gerichtsverfahren, das wegen der angeblichen Demenz von Gross eingestellt wird. Er kann sich an nichts mehr erinnern. Auf ebenso packende wie berührende Weise arbeiten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger in ihrem grandiosen Figurentheaterstück ein Stück österreichischer Geschichte auf. Die Inszenierung erhielt den Nestroypreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion. Pressestimmen:„Die Odyssee von Friedrich Zawrel ist eigentlich unbeschreiblich. Und doch wagten es Nikolaus Habjan und Simon Meusburger. Und wie! […] Habjan erweist sich mit seinen Klappmaulpuppen als so fabelhafter wie wandelbarer Solist. Der erst 26-jährige Grazer zaubert aus den Erinnerungen eines Mannes, den das Schicksal drosch, aber nicht brach, ein ins Herz und Hirn und unter die Haut gehendes Stück Zeitgeschichte, das nun auch im randvollen Schauspielhaus erst für Beklemmung, dann für minutenlange Standing Ovations sorgte.“ (Michael Tschida, Kleine Zeitung, 9. März 2014)
Halle für Kunst: Walk & Talk
08.10.2021
Walk & Talk durch die aktuellen Ausstellungen der HALLE FÜR KUNST Steiermark, die durch die Black Lives Matter-Bewegung erneut an Dringlichkeit gewonnen haben. Die Ausstellungen von Doreen Garner und Kevin Jerome Everson richten somit aktuell die Aufmerksamkeit auf das künstlerische Schaffen zweier afroamerikanischer US-Künstler_innen. Doreen Garner thematisiert in ihrer Ausstellung Steal, Kill and Destroy: A Thief Who Intended Them Maximum Harm den unmenschlichen, ja verachtenden Umgang mit Körpern von verstorbenen Sklaven in den USA im 19. Jhdt. Dass hier der gesamte Hochmut der Europäer mit ihren Weltherrschaftsgedanken und Kolonialismus drinsteckt, muss nicht extra gesagt werden. Medizinische Schulen plünderten im Geheimen Friedhöfe der schwarzen Bevölkerung, um ausreichend Leichen für das Sezieren in ihren Hörsälen zu haben. Diese Übergriffe setzt Garner in großformatigen Installationen ins Bild, die einen bis ins Mark erschüttern. Gezeigt werden skulpturale Arbeiten der jungen New Yorker Künstlerin. Garner bringt in ihren Werken die Auswirkungen von Kolonialismus und Rassismus zum Ausdruck und wendet sich hierfür den problematischen Beziehungen zwischen „Rasse“ und dem medizinischen System in Amerika zu. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Ausbeutung schwarzer Sklav_innen im 18. und 19. Jahrhundert, deren Körper im Namen des Fortschritts durch medizinische Experimente missbraucht wurden. Garner lässt uns bewusst werden, wie geschichtliche Ereignisse und Institutionen in den Rassismus verwickelt sind – und wie man sich dagegen wehren kann. Der afroamerikanische Künstler Kevin Jerome Everson zählt zu den renommiertesten Experimentalfilmemachern unserer Zeit. Die unmittelbare Nähe zu den gefilmten Personen, die unterschiedlichen afroamerikanischen Lebens- und Arbeitswelten angehören, kennzeichnen seine Werke. Die Austtellung Recover gibt einen Überblick über das langjährige Schaffen des Künstlers. In den experimentellen Filmarbeiten von Kevin Jerome Everson stehen schwarze Personen im Vordergrund, die oft als Teil ihrer Arbeitskultur und bei der Verrichtung alltäglicher Tätigkeiten gezeigt werden. Dabei vermeidet der Künstler und Filmemacher eindeutige Situationen und vorschnelle Beurteilungen. Der Fokus liegt auf einem fragenden und suchenden Blick, der die Grenzen und Freiheiten schwarzer Lebenswelten auslotet. Die Filmarbeiten von Everson erschöpfen sich aber keinesfalls im Dokumentarischen, vielmehr öffnet sich ein ungeahnter Zugang zur Abstraktion.
Newsletter
Bleib auf dem Laufenden
this is a test div from footer